2016 – das Jahr des bösen Instagram Algorithmus. Seit der Umstellung von einem chronologischen Feed auf eine auf Vorlieben basierende Reihenfolge brodelt die Gerüchteküche. In diesem Artikel räume ich mit den Instagram Algorithmus Mythen auf und zeige dir, wie du ihn für dich nutzen kannst. 

Auch aktuell wird bei Instagram wieder viel im Hintergrund gearbeitet und getestet. Auf der letzten F8 von 2019 hat Mark Zuckerberg angekündigt, dass die Likes bald nur noch dem Accountinhaber angezeigt werden und auch die Followerzahlen sollen einen weniger prominenten Platz bekommen und nicht im Vordergrund stehen. Zum jetzigen Zeitpunkt wird bereits in Kanada und Australien die Plattform ohne Likes getestet und das stößt – nach meiner Erfahrung – auf positive Resonanz.

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In meinem eigenen Account ist mir auch aufgefallen, dass über einige Wochen die Bots und automatischen Kommentare deutlich zurückgegangen sind, was ich persönlich sehr begrüße. Seit kurzem scheint Instagram hier aber nicht mehr so aktiv zu sein, die Kommentare werden wieder mehr. Ich bin gespannt, wohin diese Reise noch führt.

Instagram Algorithmus Mythen – Debunked!

Mythos #1: Shadowban

Shadowban bezeichnet das bewusste aber versteckte Verbannen von Inhalten. Laut Instagram selbst ist der Algorithmus selbst aber gar nicht in der Lage, deinen Content zu verstecken, ohne dich darüber zu informieren. 

Woher kommt also der Mythos? Ich schätze, dass ein plötzlicher Abfall des Engagements auf dem eigenen Account diese Vermutung hervorruft. Das liegt aber meistens nicht am Algorithmus, sondern am eigenen Vorgehen. Vielleicht trifft der Content nicht mehr den Geschmack der Zielgruppe oder man hat einen wichtigen Trend verpasst. Womöglich ist auch die eigene Interaktion zurückgegangen oder Spam-Praktiken (Stichwort Bots) werden benutzt um möglichst schnell möglichst viele Personen anzusprechen.

 

Mythos #2: Reichweitenobergrenze

Auf diesen Mythos hat Instagram im Januar 2019 selbst aktiv auf Twitter geantwortet und damit aufgeräumt. Die Reichweitenobergrenze besagt angeblich, dass ein Post nur 7% der Abonnenten ausgespielt wird und den übrigen gar nicht erst angezeigt wird. 

 

© Screenshot Twitter @instagram

Instagram sagt dazu: “We have not made any recent changes to feed ranking and we never hide posts from people you’re following.”  Was im eigenen Feed zu sehen ist, wird dadurch bestimmt, mit welchen Posts und Accounts man am meisten interagiert und darauf reagiert (neben einigen anderen Faktoren). 

Woher kommt dieser Mythos also? Vermutlich liegen hier ähnliche Hintergründe vor wie beim Mythos Shadowban – das Engagement sinkt (plötzlich) und Instagram muss daran schuld sein. 

Mythos #3: Je mehr Insta-Storys, desto beliebter bist du beim Algorithmus

So die Theorie einiger: je mehr Insta Storys du machst, desto beliebter bist du beim Algorithmus und deine Posts werden mehr Nutzern ausgespielt. Teil zwei dieses Mythos habe ich gerade bereits widerlegt, Teil eins folgt jetzt. 

Laut Instagram selbst sind Feed und Storys nicht miteinander verbunden. Dem Algorithmus ist es also auf gut deutsch völlig egal, wie viele Storys du machst. Er unterscheidet nicht danach, wie häufig dein Account andere Tools innerhalb der App nutzt. 

 

© Screenshot Twitter @instagram

ABER: Je mehr, einzigartiger und motivierender du deine Storys gestaltest, desto häufiger werden deine Zuschauer auch mit deinen Posts interagieren (z.B. indem du deinen Beitrag in der Story teilst). Schaffst du es sogar, außergewöhnliche und sensationelle Storys zu kreieren, werden auch deine Follower und dein Engagement steigen und dein Publikum wachsen.

Mythos #4: Verifizierte Accounts oder Unternehmens-Accounts werden höher gelistet

Man könnte den Eindruck haben, dass die Accounts mit dem schicken blauen Häkchen oder Posts von Unternehmen und Brands immer ganz oben im Feed stehen. Priorisiert also Instagram diese? 

Nein – kein spezifischer Account Typ wird bevorzugt und priorisiert ausgespielt. Auch wenn ich mich hier wiederhole, die Reihenfolge des Feeds wird einzig durch die Vorlieben der Nutzer bestimmt. Der Nutzer entscheidet, der Algorithmus liefert. 

Warum findet man nun häufig blaue Häkchen ganz weit oben? Vermutlich, weil genau diese Accounts sehr sehr aktiv sind und besonders viel mit ihrer Zielgruppe und ihren Followern interagieren. Je mehr Interaktion und Engagement, desto wichtiger scheint der Inhalt zu sein und landet unter Umständen sogar auf der Explore Page

 

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Mythos #5: Instagram bevorzugt Videos

Auch das ist ein Mythos. Instagram selbst bevorzugt Videos nicht, im Gegensatz zu Facebook. Dort werden tatsächlich Videos priorisiert ausgespielt. Doch warum wird dann immer empfohlen, Videos zu posten und den Feed damit aufzulockern? 

Das macht nur Sinn, wenn deine Zielgruppe auch tatsächlich Videos konsumiert. Instagram merkt sich nämlich, ob ein User lieber mit Videos oder mit Bildern interagiert und spielt diese dann entsprechend aus. Das heißt auch, dass Videos nicht immer das Nonplusultra sind. 

ABER: rein statistisch gesehen stoppen die meisten Menschen im Feed, wenn sie ein Video sehen und schauen zumindest einige Sekunden lang rein. Der Videokonsum bei Instagram stieg ab 2018 im Jahresvergleich um rund 80%. Außerdem erhöht das Posten von Videos, egal ob IGTV, Storys oder ein Live, die Zeit, die dein Publikum auf deinem Beitrag verbringt, was wiederum zu mehr Engagement führen kann. Und Instagram mag es ja, wenn Menschen viel Zeit dort verbringen. 

 

Soweit zu den Mythen – aber wie kannst du den Algorithmus nun für dich nutzen? 

 

Tipps für deine Reichweite

#1 Poste, wenn deine Zielgruppe online ist

Wir haben gerade gelernt, dass einer der Faktoren des Algorithmus die Aktualität des Contents ist. Für dich bedeutet das nun, deine Posts an deiner Zielgruppe auszurichten. Hier gibt es also keine allgemeine Empfehlung. Ich möchte dir gerne aus meiner Erfahrung berichten.

© Lena Rauch | Virtuelle Assistenz

Du siehst hier oben zwei Bilder aus meinen Insights. Laut dieser Auswertung sind bei mir also die Zeiten gegen 12:00 Uhr und gegen 21:00 Uhr besonders relevant. Ich lade also im Lauf des Vormittags, meistens zwischen 10:30 und 11:30 Uhr, meinen täglichen Post auf Instagram hoch und versuche auch dem Zeitraum rund um 12:00 Uhr aktiv zu sein. 

Warum poste ich nicht um 21:00 Uhr? Obwohl laut Statistik gegen 21:00 Uhr noch mehr Aktivität vorhanden ist, performen Posts um diese Zeit nicht mehr so gut. Je früher du postest, desto mehr Personen werden den Post über den Tag verteilt sehen können. Je später du postest, desto geringer ist diese Chance. Abends ist zwar die Interaktion höher aber nicht unbedingt bei “frischen” Posts. 

 

Mein Tipp: 

Schau in deine Insights und finde heraus, wann deine Zielgruppe aktiv ist. Poste ungefähr eine Woche lang zu den Zeiten (in meinem Fall also eine Woche lang gegen 12:00 Uhr und die Folgewoche gegen 21:00 Uhr) und kontrolliere, wie die Posts performen. So findest du heraus, was für dich optimal ist. Analysiere aber jeden Tag für sich, der Samstag sieht häufig ganz anders aus als der Dienstag.

 

#2 Setze Hashtags gekonnt ein

Ganz allgemein gesprochen dienen diese dazu, dein Bild einzuordnen. Nutzer sollen so animiert werden, unter den Hashtags zu scrollen und neue Profile zu entdecken. Sie zeigen deine Posts also den Menschen, die dir (noch) nicht folgen, aber durchaus Interesse an deinen Inhalten haben. 

Unter jedem Bild hast du die Möglichkeit, bis zu 30 Hashtags frei zu wählen. Nutze diese also so gut es geht! Der Missbrauch von Hashtags oder die Verwendung von zweifelhaften Exemplaren (z.B. #follow4follow, #followforfollowback) machen aber definitiv keinen guten Eindruck und können deiner Marke und deinem Image schaden. Wähle deine Hashtags also bewusst aus.

 

Mein Tipp: 

Verwende einen Teil der Hashtags dazu, deinen Post zu erklären (z.B. #instagramtipps) und optimal zu beschreiben. Den anderen Teil der Hashtags kannst du nutzen, um deine Zielgruppe dort anzusprechen, wo du sie vermutest (es muss natürlich trotzdem immer zu deinem Thema passen!). Auch über die Anzahl der Hashtags gibt es keine Allgemeinempfehlung, ich selbst mache aktuell die besten Erfahrungen mit rund 15-20 Hashtags. 

 

© Canva

#3 Sei einzigartig – sei DU!

Wie du weißt, bevorzugt der Algorithmus Posts, zu denen die Nutzer bereits eine Verbindung haben. Es ist also besonders wichtig, dass du eine gute Beziehung zu deinen Abonnenten aufbaust und das Engagement förderst. Das kannst du besonders gut durch überzeugende Bildunterschriften erreichen. Stelle also Fragen, zeig Interesse und fordere sie zu einer Handlung auf (z.B.  einem Kommentar). Diesen Bereich der Caption nennt man CTA, also Call to Action. Sorge außerdem dafür, dass deine Abonnenten deine Posts direkt wiedererkennen. 

 

Mein Tipp: 

Versuche immer wieder, dein Branding und deine Corporate Design Farben, in deinen Posts und Storys zu verwenden. Eine kurze Anleitung, wie du das in deiner Story umsetzen kannst, findest du in diesem Tutorial zum Personal Branding auf Instagram. 

 

Mit diesem Wissen kann nun eigentlich schon fast nichts mehr schief gehen. Wichtig ist bei all diesen Tipps und Hinweisen aber noch, dass du deinen Erfolg auch regelmäßig kontrollierst. Nutze dazu am besten die Instagram Insights, denn die liefern schon jede Menge nützliche Zahlen und Statistiken, die du wiederum als Basis für deine Strategie nutzen kannst. Ich habe dir außerdem bereits in diesem Artikel hier ein bisschen mehr über Social Media Analytics beschrieben, wenn du noch einen Schritt weiter gehen möchtest. 

 

Wenn du noch mehr Tipps und Tricks rund um Instagram oder Online Marketing entdecken möchtest, stöber gerne hier durch meine weiteren Blogartikel. Für tägliche News und Quick Tipps, folge mir gerne auch auf Instagramund Facebook. Dort poste ich auch immer wieder Behind The Scenes aus meinem Alltag als selbstständige VA.