Auf Instagram Reichweite aufzubauen kann ganz schön schwierig sein, besonders wenn man es organisch erreichen will. Da muss es doch eine schnellere Variante geben oder? Gibt man das als Suchbegriff bei Google ein, werden einem direkt einige Anzeigen vorgeschlagen, die da schnelle Hilfe versprechen. Klingt doch super oder? 

In diesem Artikel möchte ich vier Instagram Growth Hacks ansprechen, die man besser nicht nutzt! 

 

Growth Hack #1: Follow / Unfollow Methode

Die Follow / Unfollow Methode ist eigentlich schon selbsterklärend. Man folgt jeder Menge Accounts in der Hoffnung, dass diese zurückfolgen. Auf diese Art kann man relativ schnell eine große Anzahl an Followern aufbauen. Das viele Folgen und Entfolgen ist aber anstrengend und man verliert schnell den Überblick, weshalb hier gerne auf Drittanbieter zurückgegriffen wird. Hier kann ein bestimmter Zeitraum eingegeben werden, nach dem einem Profil wieder entfolgt werden soll, falls es keinen Follow back gibt. Dann geht das Spiel von vorne los. 

Hört sich einfach an? Ist es im Prinzip auch. Es ist aber deshalb noch lange nicht gut! 

 

Warum dann nicht die Follow / Unfollow Methode nutzen? 

  • Instagram mag diese Art von Drittanbietern nämlich gar nicht und löscht im schlimmsten Fall den entsprechenden Account. 
  • Es gibt außerdem ein Limit, wie vielen Accounts man täglich folgen darf. Reizt du diese Grenzen regelmäßig aus, wird auch Instagram davon Wind bekommen und deinen Account sperren oder deine Sichtbarkeit heruntersetzen. 
  • Drittanbieter sind enorm aktiv, sodass du gar nicht in der Lage bist, alle Aktionen nachzuvollziehen. Willst du diese Art von Aktivität wirklich völlig unkontrollierbar werden lassen? 

Das wichtigste ist aber: deine Zielgruppe bemerkt das für gewöhnlich relativ schnell, dass du die Follow / Unfollow Methode nutzt und ist wahrscheinlich davon genervt oder blockiert dich sogar gleich. Gerade als Marke und Unternehmen ist das ein enormer Imageschaden für dich. 

Instagram Growth Hacks - so bitte nicht!

© Canva

Growth Hack #2: Follower kaufen

Viele Abonnenten suggerieren Reichweite, Relevanz und bieten dir einen Vertrauensvorsprung. Wenn so viele Menschen dich oder deine Produkte toll finden und dir folgen, dann muss da ja was dran sein. Die Anzahl der Follower ist wie die Anzahl der Likes, Shares und Saves (wobei diese nur vom Accountinhaber selbst zu sehen sind) eine der wichtigsten Kennzahlen, um den Erfolg der Strategie zu messen. Besonders anfangs kann es daher verlockend sein, mit ein paar Euro der Zahl der Abonnenten auf die Sprünge zu helfen und sich so einen Wettbewerbsvorteil zu erkaufen. 

Follower zu kaufen ist einfach. Suchmaschine beauftragen, Anbieter auswählen, Instagram Account eingeben und bezahlen und innerhalb der nächsten 6 bis 8 Stunden trudeln die ersten neuen Abonnenten ein. Es kann sogar angegeben werden, wo die Abos herkommen sollen: dürfen sie international sein oder doch lieber deutsche Profile? Dürfen es auch noch ein paar Likes sein? Gegen Aufpreis ist das natürlich alles möglich. Dabei gibt es sogar Qualitätsversprechen (High Quality Follower und Good Quality Follower) und kostenfreie Refills innerhalb von 3 Monaten, wenn die ersten Profile wieder verschwinden. Um Follower zu kaufen, ist auch kein besonders großes Budget nötig. Angebote wie 1.000 Abos für 9,99€ (zzgl. Versand; wie das auch immer funktioniert) locken mit wenig Geld für schnelle Reichweite. 

 

Instagram Growth Hacks - so bitte nicht!

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Warum also keine Follower kaufen?

Ich selbst habe es nicht getestet, sowohl das Geld als auch mein eigener Account, der mit viel Hingabe und Zeit gepflegt wird, ist mir da einfach zu wertvoll. Ich habe aber tolle Erfahrungsberichte gefunden, was mit gekauften Followern passiert. 

Direkt nach Abschluss des Kaufs erscheinen die ersten Abonnenten auf dem eigenen Profil. Je nach Menge der gekauften Konten ist der Übertrag nach wenigen Stunden meist schon abgeschlossen. Wer sind diese Profile, die so zahlreich erscheinen? Die meisten sind Teenager mit freizügigen Bildern, Accounts ohne Beiträge und etliche Bots, die im Webcam Business unterwegs sind. Alles in allem also nicht gerade das optimale Zielpublikum

Werden diese Follower gerade am Anfang gekauft, ist es schnell ersichtlich, dass hier nachgeholfen wurde. Bei 1.000 Abonnenten und keinem einzigen Like, da kann etwas nicht stimmen. Mischen sich die “falschen” Follower mit jeder Menge echten und bessern die Zahl ein bisschen nach oben auf, fällt die Identifikation schon schwerer. 

Mit diesem Vorgehen kannst du deiner Marke, deiner Reputation und Authentizität schaden. Bei der Beurteilung, ob Follower echt sind oder gekauft, kann die folgende Formel helfen, mit der du die Engagement Rate eines Accounts berechnest: 

 

(Anzahl der Likes + Anzahl der Kommentare) / Anzahl der Follower x 100 = Interaktionsrate

Je nach Zahl der Abonnenten kannst du somit gut einordnen, ob ein Account eine gute Engagement Rate hat. Ganz allgemein gesprochen ist diese bei kleineren Profilen deutlich höher.

Growth Hack #3: Bots

Bots, also Automatisierungen, die eine Aktion für dich unternehmen, ohne dass du selbst aktiv werden musst, sind ähnlich einzustufen wie Follower zu kaufen, wobei es hierbei eine Vielzahl von Variationen gibt. Bots können für dich

  • anderen Accounts folgen / entfolgen
  • bei Fotos kommentieren
  • DMs beantworten
  • Storys ansehen
  • Likes verteilen
  • und vermutlich noch jede Menge anderer “nützlicher” Dinge

 

Instagram Growth Hacks - so bitte nicht!

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Anders als beim Follower kaufen soll der Einsatz von Bots eine echte Community aufbauen. Durch Botaktivität sollen möglichst viele Personen auf dein Profil aufmerksam werden und dann – überzeugt von deiner Qualität – von sich aus folgen. 

Eine Möglichkeit, einen Bot für sich zu beschäftigen ist, allgemeine Kommentare zu formulieren, die automatisch unter Bildern von vorher definierten Hashtags gepostet werden. Wichtig ist hier natürlich, so allgemein wie möglich zu bleiben, um möglichst viele Posts anzusprechen. 

Auch hier habe ich es nicht selbst getestet (siehe meine Gründe bei #2), möchte aber aus einem Erfahrungsbericht erzählen. Das Fazit am Ende waren innerhalb von 3 Tagen etwa 250 Follower mehr und gesteigerte Interaktion auf den eigenen Bildern. Doch dieser “Erfolg” hat auch gravierende Nachteile: der Bot folgte während dieser Zeit etwa 1.400 neuen Nutzern, was den eigenen Feed unbrauchbar macht. Außerdem passen die allgemeinen Kommentare natürlich nicht immer, was den Nutzer des Bots in kompromittierende Situationen bringen kann. Für Unternehmen wäre das untragbar

Deshalb lieber keine Bots nutzen

Dein persönlicher Feed wird durch den Einsatz von Bots unbrauchbar. Bilder, die du eigentlich sehen möchtest, gehen in der Flut von dubiosen Posts unter. Außerdem können automatische Kommentare nicht funktionieren bei dem hohen Risiko. Mehr Abonnenten bedeuten nicht automatisch mehr Interaktion, besonders wenn sie durch diese Art gewonnen werden. 

Der wichtigste Grund allerdings, von einer “falschen” Community mal abgesehen, ist, dass die Nutzung von Bots gegen die Nutzungsrichtlinien von Instagram verstößt. Angefangen von Sperrungen für Stunden oder Tage droht hier sogar die Löschung des Instagram Profils.

 

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Growth Hack #4: falsche Verbundenheit

Ob es sich hierbei wirklich um einen Hack handelt, ist fraglich. Mir ist es aber mal genau so passiert und hat letztlich zur Blockierung des entsprechenden Accounts geführt. Ich habe eine Videonachricht via Direct Message erhalten: “Hallo Lena, ich habe dich gerade unter meinen Abonnenten entdeckt und wollte dir nur einen schönen Tag wünschen. Wenn du etwas brauchst oder ein Thema hast, bei dem ich dir helfen kann, melde dich gerne bei mir.” Etwa 15 Minuten später folgte eine Textnachricht, ich sei ja gar kein Abonnent aber so wäre ich wenigstens zu einer Nachricht zum Wochenende gekommen. 

Bis zu diesem Moment ist auch an der Situation nichts auszusetzen. Die Idee, sich persönlich bei Abonnenten zu melden, erschien mir sogar besonders freundlich. Was hat sich also geändert? 

Ein paar Tage nach diesem Erlebnis, stieß ich auf einen Post von einem mir bisher unbekannten Profil, in dem genau diese Geschichte erzählt wurde. Sie hatte eine Videonachricht erhalten, fand das sehr sympathisch und kam mit ihr ins Gespräch und hat sich an diesem Tag entschlossen, ihr Profil in einem Post zu empfehlen. 

Zufall? Ich glaube nicht. Für mich erschien das wie eine neue Masche, die sich auf einer viel privateren Ebene abspielt und dadurch falsche Verbundenheit suggerieren soll. Somit ist auch die Enttäuschung über das Vorgehen größer als bei einem regulären Bot Kommentar, weshalb ich das Profil für mich geblockt habe. 

 

Es gibt inzwischen eine Vielzahl von Angeboten, Möglichkeiten und Hacks, um die Community, Abonnentenzahlen und Reichweite zu boosten. Letztendlich haben aber alle gravierende Nachteile, weshalb ich immer davon abrate. Die einzige hochwertige und wirklich nachhaltige Vorgehensweise für Communityaufbau ist immer noch starkes Content Marketing, eine guten Personenmarke und Mehrwert.